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Moderations- & Präsentationsimpulse bei Kühne & Nagel

Ein Workshop zu den Themen: Kommunikation, Präsentation und Gesprächsführung.



Am 16.07.2019 besuchte uns erneut Jörg Breidenbach von Kühne & Nagel und hielt einen sehr praktischen Workshop zum Thema Moderations- & Präsentationsimpulse. Fokus des Workshops waren vor allem Kommunikation, Präsentation und Gesprächsführung. Zu Beginn wurde von uns Teilnehmern unsere Erwartungshaltung abgefragt. Diese war sehr vielfältig. Wir erhofften uns mehr über Framing (effektive Gesprächseröffnung), ergebnisorientierte Präsentation/Moderation, Planung/Visualisierung einer Präsentation etc. zu lernen.

Wir starteten mit der Gegenüberstellung von Moderation und Präsentation. Dabei kam heraus, dass bei einer Moderation eine zielgerichtete Diskussion bzw. Prozess begleitet wird, bei dem man moderat sein soll (d.h. dass man sich zurücknimmt und ein Stück weit neutral ist). Um eine Moderation zu eröffnen, sollten zu allererst die Rahmenbedingungen geklärt werden, dies kann man mittels Scoping machen. Des Weiteren sollte man sich vorab das Mandat abholen und seine Moderatorrolle klären, damit jeder Teilnehmer darüber informiert ist, wer der Moderator ist und sein Einverständnis abgibt. Die Ergebnisverantwortung liegt aber ganz allein bei den Teilnehmern.

Demgegenüber steht die Präsentation, bei der man seine eigenen „Kernbotschaften“ vorstellt. Der Präsentator steht („immer“) im Mittelpunkt und möchte ein „Geschenk abliefern“. Vor einer Präsentation sollte man sich immer über die Zielgruppe Gedanken machen und sich Fragen stellen, was die Teilnehmer bereits wissen und was diese interessiert, damit man seine Präsentation dahingehend aufbaut. Hier kann man sich auch des Rollenwechsels bedienen und die Teilnehmer-Sicht einnehmen.

Zudem können eine visuelle Begleitung mit klaren An- und Aussagen bei der Präsentation helfen. Ein roter Faden sollte sich auf jeden Fall durch die Präsentation ziehen, um die Teilnehmer abzuholen.

Während der Präsentation kann man sich auch der Methode des „Bienenkorbs“ (Paardialog in der Großgruppe) bedienen. Hierfür fordert man die Zuhörer auf, in 2er oder 3er Gruppen über das Vorgestellte zu diskutieren. Somit befasst man sich bei dieser Methode noch einmal aktiv mit dem Sitznachbarn. Fragen, die man sich hier stellen könnte, wären z.B. Was habe ich mitgenommen? Was ist unklar? Bei der Nutzung dieser Methode reflektiert man kurz das Vorgetragene und vertieft den Inhalt stärker. 


Danach befassten wir uns mit dem Thema: Wie schaffe ich (am Anfang eines Workshops) eine gute Verbindung? Hierbei sollte man z.B. die Personen mit Handschlag begrüßen, wertschätzend sein (offen, fröhlich, danke sagen). Zudem sollte man auch Mensch sein, das bedeutet, dass man auch Persönliches Preis geben soll und auch Ängste, Emotionen, Nervosität zeigen kann, um eine gewisse Souveränität zu schaffen. Wichtig ist auch, dass man sich Namen merkt und vorab schon du/sie klärt. So kommt es in späteren Verlauf nicht zu Unannehmlichkeiten. Mittels Framing kann man auch eine gute Verbindung schaffen.

Was ist Framing genau? Framing ist eine Form der effektiven Gesprächseröffnung. Mit Framing werden die „stillen Fragen“ beantwortet. Wenn diese Fragen im Voraus beantwortet sind, ist der Rahmen gesetzt. Denn wenn man den Rahmen nicht setzt, verliert man die Orientierung jedes Einzelnen.


Diese Fragen sind:

1. Warum sind wir zusammengekommen?

2. Was machen wir heute?

3. Wie läuft das ab?

4. Wozu machen wir das?


Jede dieser Fragen wird gestellt und es folgt eine Sprechpause von 1-2 Sekunden, die den Zuhörer zum Nachdenken über diese Frage anregen soll. Nach jeder Frage beantwortet man kompakt in 3-4 Punkten seine gestellte Frage.

Im Anschluss daran übten wir Framing vor der Gruppe, in dem wir uns jeweils eine Situation ausdachten, bei der wir in der nächsten Zeit Framing vor einer anstehenden Präsentation machen könnten. Danach erhielten wir konstruktives Feedback.

Des Weiteren haben wir auch noch gelernt, dass man bei Präsentationen mit Medienbrüchen, bspw. das Einbauen schwarzer Folien arbeiten sollte. Gerade bei Kernbotschaften sind solche schwarzen Folien sehr hilfreich. Der Medienbruch erweckt noch einmal die Aufmerksamkeit des Zuhörers. Mit Hilfe von schwarzen Folien kann man auch noch einmal reflektieren, was man gerade besprochen hat. Zusätzlich sollte man beim Sprechen der Kernbotschaften diese auch Takten, denn das hat noch einmal einen ganz anderen Effekt auf den Zuhörer.


Gegen Ende hin ging Jörg Breidenbach noch einmal kurz auf unsere Fragen vom Anfang ein. Wir behandelten somit die Planung einer Präsentation. Diese sollte sich an den folgenden Schritten orientieren:


1. Was ist eigentlich der Anlass/Motivation/Situation? Welches Problem/Chance haben wir?2. Was ist mein beabsichtigtes Ergebnis mit 3 Kernaussagen?

3. Welche Teilnehmer und Zielgruppe kommt bei meiner Präsentation? Was wissen diese über Punkt 1? Welche Vorbehalte/Chancen etc. sehen sie in Punkt 2?


Mit diesen ersten drei Schritten schafft man in Form einer Moderation oder Präsentation einen Bogen von der Ausgangssituation zum Ergebnis.


4. Man definiert seine Top-Themen (4-5 Stück), die man braucht, um zu seinem Ergebnis zu kommen.

5. Diese Top-Themen untergliedert man dann noch einmal in Unterthemen (4-5 Stück).

6. Als Letztes plant man noch die Reihenfolge der Top-Themen und Unterthemen.  


Diese Schritte bilden einen guten Leitfaden, damit eine Präsentation gelingt. Beim Erstellen der Präsentation steht nämlich das Ergebnis im Vordergrund (ergebnisorientiertes Vorgehen).  

Wir hatten einen sehr lehrreichen Tag und bedanken uns recht herzlich bei Jörg Breidenbach, der uns sehr gerne noch einmal besuchen würde und offen für weitere Workshops ist.

© 2020 by LEAN Hochschulgruppe e.V.

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